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Mittwoch, 23. März 2016

Also doch - Glyphosat

Glyphosat-Herbizid: Umweltausschuss gegen Verlängerung der EU-Zulassung

ENVI Pressemitteilung - Gesundheitswesen − 22-03-2016 - 18:45
 
Solange ernsthafte Bedenken über die krebserregenden und hormonellen Auswirkungen des Herbizids Glyphosat nicht ausgeräumt sind, sollte die Zulassung durch die EU-Kommission nicht verlängert werden. Stattdessen sollte eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse offengelegt werden, die dem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zugrunde lagen, forderten Abgeordnete des Umweltausschusses am Dienstag.

Pavel PocDie Europäische Kommission sollte die Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat, das in vielen landwirtschaftlichen Betrieben, in der Forstwirtschaft, städtischen und privaten Gärten Anwendung findet, nicht wie beabsichtigt für die nächsten 15 Jahre (bis 2031) ohne Einschränkungen zulassen, begründete der Umweltausschuss seine Entschließung, die mit 38 gegen 6 Stimmen und 18 Enthaltungen verabschiedet wurde.

"Die Tatsache, dass wir auf einen parlamentarischen Einspruch zurückgreifen müssen, zeigt an sich schon, dass etwas im Entscheidungsprozess falsch gelaufen ist", sagte der Abgeordnete Pavel Poc (S&D, CZ), der den Entschließungsantrag entworfen hat.

"Glyphosat wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als vermutlich krebserregend (karzinogen) eingestuft. Während die Industrie behauptet die Substanz würde komplett abgebaut,, ist nun klar, dass Glyphosat-Rückstände überall zu finden sind: in der Umwelt, in vielen Produkten des täglichen Lebens, in unseren Körpern", führte er aus..  

"Werden die Europäische Kommission und EFSA die Studien veröffentlichen, auf welchen ihre Empfehlung basiert? Warum wird vorgeschlagen Glyphosat für weitere 15 Jahre zu genehmigen, den längst möglichen Zeitraum? Wir müssen dafür sorgen, dass diese Studien veröffentlicht werden, und sollten darauf warten bis sie uns zur Verfügung stehen. Jede Ungewissheit muss beseitigt sein, bevor wir mit dem Genehmigungsverfahren einer Substanz, die so umfassend eingesetzt wird, fortfahren. Dies ist ein Beispiel, wie das "Vorsorge-Prinzip" angewandt werden sollte", sagte er abschließend.

In ihrem unverbindlichen Entschließungsentwurf rufen die Abgeordneten die EU-Exekutive auf, eine neue Beschlussvorlage auszuarbeiten. Die Abgeordneten verlangen von der Europäischen Kommission und der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit "sofort alle wissenschaftlichen Belege, die Grundlage zur positiven Klassifizierung von Glyphosat und der geplanten Wiederzulassung waren, aufgrund des überwiegenden öffentlichen Interesses, aufzudecken."

Das Europäische Lebensmittel- und Veterinäramt sollte beauftragt werden Glyphosat-Rückstände in Essen und Trinken zu testen und zu überwachen, heißt es weiterhin.

Nächste Schritte

Der Entschließungsantrag, eingebracht von Kateřina Konečná (GUE/NGL, CZ), Bas Eickhout (Grüne/EFA, NL) Piernicola Pedicini (EFDD, IT), im Namen der jeweiligen politischen Gruppen, und den Abgeordneten Mark Demesmaeker (EKR, BE), Sirpa Pietikainen (EVP, FI) und Frédérique Ries (ALDE, BE), wird am 11.-14. April auf der Plenarsitzung in Straßburg zur Abstimmung gestellt.

Nationale Experten mit Sitz im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (Phytopharmazeutischer Bereich) werden über den Vorschlag der Kommission im Mai mit einem qualifizierten Mehrheitsbeschluss dafür oder dagegen abstimmen. Sollte keine Mehrheit zustande kommen, wird die Europäische Kommission entscheiden.

Hinweis für Redakteure
Glyphosat ist ein Pestizidwirkstoff, der weitflächig als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt wird. Es wurde in den frühen 70er Jahren patentiert und 1974 als Breitspektrum-Herbizid für den Verbrauchermarkt eingeführt und schnell zum Bestseller. Als das Patent 2000 ausgelaufen ist, wurde Glyphosat von verschiedenen Unternehmen vertrieben und hunderte verschiedene Pflanzenschutzmittel beinhalten Glyphosat und sind momentan in Europa registriert und für die Nutzung in der Landwirtschaft zugelassen.

Sonntag, 13. März 2016

Weiter Pflanzengift Glyphosat im Urin? [feedly]



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Weiter Pflanzengift Glyphosat im Urin?
// DW.de - News

Nach einer Untersuchung hat die Mehrheit der Deutschen das Pestizid Glyphosat im Urin. Ob diese Menge die Gesundheit schädigt ist noch nicht erforscht. In der EU mehren sich die Stimmen für ein Verbot. Über Lebensmittel, Trinkwasser und die Arbeit in der Landwirtschaft kommen Menschen mit Glyphosat in Kontakt. Das Pflanzengift zählt zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichter. Das Pestizid steht im Verdacht, für Krebs, Missbildungen, Fehlgeburten und Darmerkrankungen verantwortlich zu sein und ist deshalb äußerst umstritten. Eine große Untersuchung zu Glyphosat im Urin fand jetzt eine deutliche Belastung in Deutschland. Mit über 2000 Analysen ist dies die bisher weltweit umfangreichste Untersuchung dieser Art. Ermöglicht wurde die privat finanzierte Feldstudie durch Bürger, die ihre Urinproben abgaben und für den persönlichen Test 54 Euro zahlten. Nach Angaben von Professor Monika Krüger, die die Untersuchung durchführte, liegt bei 75 Prozent der untersuchten Bürger die Belastung mit Glyphosat-Rückständen im Urin bei mindestens 0,5 Mikrogramm pro Liter. Damit ist sie fünfmal so hoch wie der Grenzwert für Trinkwasser in Deutschland, der bei 0,1 Mikrogramm liegt. Bei einem Drittel der Probanden fanden die Analytiker Konzentrationen zwischen einen und 4,2 Mikrogramm pro Liter. Mehr Glyphosat bei Landwirten und konventioneller Kost In der großen Feldstudie stellten die Wissenschaftler erhebliche Unterschiede der Belastung zwischen den eingesendeten Proben fest. So enthielt der Urin von Landwirten einen vergleichsweisen höheren Rückstand von Glyphosat. Menschen, die sich vegetarisch, vegan oder biologisch ernährten hatten dagegen weniger Rückstände im Urin. Auch im Urin von Kindern und Jugendlichen stellte das Untersuchungslabor eine hohe Konzentration von Glyphosat fest. "Warum es bei Kindern eine höhere Konzentration gibt, wissen wir nicht. Eine Erklärung könnte der andere Stoffwechsel bei Kindern sein", so Krüger gegenüber der Deutschen ... Ganzen Artikel lesen »



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Sigurd A.Röber

Age of aquaponics dawns on Namibia

https://www.newera.com.na/2016/03/08/age-aquaponics-dawns-namibia/


Mit freundlichen Grüßen
Sigurd A.Röber

22 Amazing Renewable Energy Projects That Pave The Way to a Cleaner Future



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22 Amazing Renewable Energy Projects That Pave The Way to a Cleaner Future
// Gizmodo

22 Amazing Renewable Energy Projects That Pave The Way to a Cleaner Future

There's a growing demand for greener, safer renewable energy sources. Sun, wind, water, biomass, waves and tides, and the heat of the soil, all provide alternatives to non-renewable energy.

The following collection showcases some of the most amazing renewable energy projects and prototypes from the past few decades, including quite a few you've probably never heard of before.

Ivanpah

Located in the Mojave Desert 40 miles southwest of Las Vegas, the Ivanpah Solar Electric Generating System is an operational solar thermal power project. The facility deploys 173,500 heliostat mirrors spread over 3,500 acres, focusing solar energy on boilers located atop three solar power towers. The project—constructed by Bechtel and owned by NRG Solar, Google, and BrightSource Energy—is currently the largest solar thermal plant in operation in the world.

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Photo: Gilles Mingasson/Getty Images for Bechtel/BrightSource Energy


Ouarzazate

Here's an aerial view of the solar plant of Ouarzazate, in central Morocco. The world's biggest solar plant using photovoltaics (PV), it takes advantage of the Sahara sunshine.

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Photo: Abdeljalil Bounhar/AP


AGL's Docklands office

Solar panels are seen on the rooftop at AGL Energy's Docklands office, in Melbourne, Australia. The rooftop solar system covers 20,000 square meters and generates an estimated 110,000 kWh of electricity a year.

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Photo: Scott Barbour/Getty Images


Vegas sunshine

This is the 102-acre, 15-megawatt Solar Array II Generating Station at Nellis Air Force Base in Las Vegas, Nevada. Coupled with the 13.2-megawatt Nellis Solar Star project completed in 2007, Nellis has the largest solar photovoltaic system in the Department of Defense.

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Photo: Ethan Miller/Getty Images


Photovoltaic plattenbau

Photovoltaic cells cover the 426 square meters on the southern facade of an apartment in Berlin, Germany. The photovoltaic cells replace the conventional facade slabs and produce around 25.000 kWh of solar-generated electricity a year, which is fed into the public grid and then set off against the energy consumption of the twin towers.

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Photo: Andreas Rentz/Getty Images


PST10

The PS10 solar power plant at Sanlucar la Mayor outside Seville, Spain, was the first commercial solar tower in the world, built by the Spanish company Solucar (Abengoa). It can provide electricity for up to 6,000 homes.

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Photo: Denis Doyle/Getty Images


Small family hydropower

The Schneider family (founders of Natel Energy) installed a new small hydropower plant on an existing, previously unpowered irrigation canal in Madras, Oregon. The plant produces electricity by the Schneider Linear Hydro Engine, and this first-of-its-kind project was later purchased by Apple Inc. to help power one of its data centers.

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Photo: Natel Energy


ICE geothermal power plant

The cooling towers for a geothermal power plant run by the Costa Rican Electricity Institute (ICE). The power company managed to produce all of the electricity for the nation from renewable energy sources for more than 80 days straight in 2015, with the use of hydroelectric power plants and a combination of wind, solar, and geothermal energy.

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Photo: Joe Raedle/Getty Images


Onshore wind farms

In 2015, the wind industry installed more electricity-generating capacity than any other energy source in America. The San Gorgonio Pass Wind Farm (below) is one of three major wind farms in California, and consists of more than 3,000 wind turbines.

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Photo: David McNew/Getty Images


Offshore wind farms

Europe is the world's leader in building wind farms close to its shores. The London Array is the world's largest offshore wind farm, and it started operating on April 8, 2013, about 12 miles off the coast of Kent and Essex, England. It has a maximum generating power of 630 megawatts (MW) provided by 175 turbines, enough to supply up to 500,000 homes.

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Photo: London Array

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Photo: NASA Earth Observatory


AK-1000

The AK-1000 is one of the largest tidal energy turbines in the world. It is 73 feet tall, weighs 130 tons, and is being tested off the shores of Orkney, Scotland. Once completed, the MeyGen project–the world's largest tidal stream project–is expected to deliver up to 398 megawatts of power, enough energy to power 200,000 homes or around half of Scotland.

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Photo: Atlantis Resources Corporation


Heat from the deep

Geothermal energy plants tap deep underground heat, such as the Salton Sea Power Station in Calipatria, California, located on the southern end of the San Andreas Fault.

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Photo: David McNew/Getty Images


Lava love

The Nesjavellir Geothermal Power Station (NGPS) is the second largest geothermal power station in Iceland, located near Thingvellir and the Hengill Volcano.

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Photo: Gretar Ívarsson/Wikimedia Commons


The Krafla Power Station is a 60-megawatt (MW) geothermal power station located near the Krafla Volcano in Iceland, drawing heat from more than 30 boreholes.

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Photo: Ásgeir Eggertsson/Wikimedia Commons


Energy from sewage

A new data center in the United States is generating electricity for its servers entirely from renewable sources, converting biogas from a sewage treatment plant into electricity and water. Siemens implemented the pilot project, which went into operation in 2014, together with Microsoft and FuelCell Energy.

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Photo: Siemens


Pelamis Wave Energy Converter

Developed by the Scottish company Pelamis Wave Power, the Pelamis Wave Energy Converter is a technology that uses the motion of ocean surface waves to create electricity. The snake-like machine is made up of connected sections which flex and bend as waves pass, and the motion generates electricity.

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Photo: Pelamis Wave Power


TidGen

Ocean Renewable Power Company's TidGen Power System is designed to generate emission-free electricity at tidal and deep river sites. The four-turbine unit is secured to the ocean floor using either a fixed bottom support frame or a buoyant tensioned mooring system, determined by actual site conditions.

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Photo: Ocean Renewable Power Company


SeaGen

SeaGen is the world's first commercial power plant to generate electricity from tidal energy. Commissioned in 2008, the plant is located in a strait in the harbor Strangford Lough, in the Irish Sea, and can provide around 1,500 households with electricity. This power is generated by two large underwater rotors, driven by strong water currents for up to 20 hours a day at high and low tide.

22 Amazing Renewable Energy Projects That Pave The Way to a Cleaner Future
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Photo: Siemens


Azura

Azura is a wave power device currently being tested at the US Navy's Wave Energy Test Site in Hawaii. Unlike other wave energy technologies, Azura extracts energy from both the vertical and horizontal motion of the wave, and can generate 20 kilowatts of power.

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Photo: AzuraWave


WS-4

These are the Four WindSide WS-4B vertical-axis wind turbines with helical Savonius rotor, located at the Da Jinshan Radar Station, China. The 4B is suited for multi-unit installations in heavy wind environments, in remote locations or offshore where a moderate-level of electrical output is required.

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Photo: WindSide/ArchiExpo


Egg-beaters of a new era

Darrieus-type vertical axis wind turbines at the Altamont Pass Wind Farm, Diablo Range in Northern California, which is one of the earliest wind farms in the US. The wind farm is composed of almost 5,000 relatively small wind turbines of various types.

22 Amazing Renewable Energy Projects That Pave The Way to a Cleaner Future
22 Amazing Renewable Energy Projects That Pave The Way to a Cleaner Future

Photo: Joseph Sohm/Shutterstock


The year of the corkscrew

This compact wind turbine was designed by Cleveland State University for the Cleveland Indians, and was generating electricity atop Progressive Field from 2012 to 2013.

22 Amazing Renewable Energy Projects That Pave The Way to a Cleaner Future

Photo: Amy Sancetta/AP

22 Amazing Renewable Energy Projects That Pave The Way to a Cleaner Future

Photo: Mark Duncan/AP


Top photo: Figures from Anthony Gormley's art installation 'Another Place' stand in front of the turbines of the new Burbo Bank off shore wind farm in the mouth of the River Mersey (Photo by Christopher Furlong/Getty Images)


Contact the author at nak@gizmodo.com.


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Sigurd A.Röber

Mittwoch, 2. März 2016

In Heppenheim wird an der Zukunft gearbeitet





Bild#Sigurd#Roeber
Von Sigrid Jahn
UMWELT Franz Schreier stellt auf Einladung von MetropolSolar das Aquaponic-Solar-Gewächshaus vor
HEPPENHEIM - Fische züchten, Gemüse ziehen und den Strom dafür selbst produzieren – das bietet ein Aquaponik-Solar-Gewächshaus. Der Heppenheimer Franz Schreier, Diplomphysiker und Energieberater, hat das integrierte System entwickelt und erläuterte, wie es funktioniert.
Das Weltklima verändert sich, die Pole schmelzen, fossile Energieträger schädigen die Ozonschicht – für Franz Schreier hat es die Menschheit dabei mit sich selbst verstärkenden Effekten zu tun, die mit linearen Problemlösungen nicht zu meistern sind. „Wir müssen lernen, komplexer zu denken“, sagt der Diplomphysiker, „wir drehen an einer Schraube und wundern uns, wenn dann alles aus dem Ruder läuft.“ Der Heppenheimer, vor zehn Jahren noch Unternehmensberater in Sachen traditionelles Energiemanagement, hat selbst die eingefahrenen Wege verlassen und das Neue gewagt. Statt Erdöl und Kohle zu propagieren, hat sich Schreier den erneuerbaren Energiequellen zugewandt, getüftelt, experimentiert und mit dem Aquaponik-Solar-Gewächshaus aufgezeigt, wie sich Gemüseanbau, Fischzucht und Fotovoltaik ressourcenschonend kombinieren lassen.
Wie dieses integrierte System funktioniert, erläuterte der Geschäftsführer der Firma EBF (Energy, Biosphere, Food) am Freitagabend im „Stadtgraben“ bei einer Informationsveranstaltung, zu der MetropolSolar Rhein-Neckar eingeladen hatte. Aquaponik, zusammengesetzt aus Aquakultur und Hydroponik (erdloser Pflanzenanbau im Wasser), bildet einen geschlossenen Kreislauf zwischen Fischbehälter und Pflanzbeeten: Die Tiere liefern den Dünger, das gereinigte Wasser fließt anschließend zurück. Eine perfekte Symbiose, der Schreier und seine Mitarbeiter mit dem Einsatz von selbst entwickelten Solarlamellen im Innern der Gewächshäuser noch einen ordentlichen Extra-Mehrwert verpasst haben: Auf einem Foto vom 9. August 2011, erstellt für einen Vortrag bei der „Aquaponics Association“ in Orlando/Florida (Aquaponik ist in den USA schon seit den achtziger Jahren ein Thema), ist die möglicherweise erste Tomate mit negativem Kohlendioxid-Fußabdruck abgebildet, will heißen: Es wurde mehr Energie erzeugt, als für die Produktion der Frucht verbraucht wurde.
Viele Prototypen getestet
Auch die Befestigungen für die Dacheindeckung, eine extrem reißfeste, über drei Jahrzehnte haltbare und selbstreinigende Folie eines japanischen Herstellers, sind EBF-Eigenentwicklungen, ebenso wie das Floßsystem für die Pflanzen, das zudem aus Bioplastik gefertigt wird und weder Weichmacher noch giftige Kunststoffe enthält. Auch die Lichtquelle für den Winterbetrieb – den Prototyp im Faradayschen Käfig hatte Schreier als Anschauungsmaterial mitgebracht – ist etwas Besonderes: eine Schwefel-Plasma-Lampe, die genau das Spektrum bedient, das Pflanzen fürs optimale Wachstum benötigen. Fotos, entstanden im Testbetrieb in den Niederlanden, bewiesen die Effizienz der Lampen. Nur 30 Tage benötigten die Gurkenpflänzchen damit, um heranzuwachsen und erntereife Früchte auszubilden. Ein Erfolg, der Mut machte.
Die ersten, maximal 50 Quadratmeter großen Gewächshaus-Prototypen bauten Schreier und seine Mitarbeiter in Einhausen auf dem Gelände der Firma Herbert sowie in Bensheim auf dem Hessentagsareal 2014 auf. In Neuenburg bei Freiburg sponserte die Badenova im Jahr darauf ein 200 Quadratmeter großes Anzuchthaus für die baden-württembergische Landesgartenschau 2022. „Das meistangeklickte Projekt des Energieversorgers“, sagte Schreier nicht ohne Stolz und zeigt weitere Fotos mit Gewächshäusern, die seine Firma designt und aufgestellt hat.
Noch sind es recht teure Einzelanfertigungen, die auf Big Island (Hawaii), in Kawagoe in Japan sowie in Wales für die bekannte BBC-Journalistin Kate Humble entstanden sind. In Serie zu gehen, plant EBF für die Zukunft; Schreier und seine Mitarbeiter werden Module entwickeln und vertreiben, die so ein Selbstversorger-Paradies auch einem größeren Kundenkreis öffnen würden. Auf zwei Lösungen hat die Firma Patente angemeldet („Wir sind da ganz zuversichtlich“), und auch in der Region geht es voran: Schreier hat in Bürstadt auf dem früheren Gelände der Firma Haller Blumen GmbH einen „Food & Energy Campus“ geplant, ist seit Januar als Eigentümer des 2,1 Hektar großen Grundstücks eingetragen. „Wir haben erst mal entrümpelt und Altlasten entsorgt“, erzählt er nach dem Vortrag, als die Zuhörer viele Fragen stellen. „In der vorigen Woche haben wir das erste Gewächshaus eingedeckt, bis zum Sommer wollen wir das Hessentagsmodell und ein Industriegewächshaus fertig haben.“ In Zukunft sollen im Campus Seminare und Schulungen angeboten werden, um weiter für Aquaponik, erneuerbare Energien und ressourcenschonende Lebensmittelerzeugung die Trommel zu rühren.