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Dienstag, 26. April 2016

Der Ökozirkel - Fisch und Gemüse

Wie in der Schweiz bereits umgesetzt, siehe Textpassage wäre so eine Investition auch hier in Deutschland machbar und interessant.


Bild#Sigurd Roeber

Textpassage aus der Schweiz...........................
Über neun Kilo Fisch und Meeresfrüchte vertilgen der Schweizer Konsument pro Kopf und Jahr. Mehr denn je. Der Importanteil liegt dabei bei etwa 97 Prozent. Wie leer gefischt die Meere sind und wie unökologisch offene Fischfarmen sein können – Antibiotika, Fischfutter aus Beifang, Abholzung von Mangrovenwäldern – ist hinlänglich bekannt. Insofern tönt die Idee eines in sich geschlossenen Systems bestechend, bei dem ein Kilo Fisch zusätzliche zehn Kilo Salat abwirft, ohne dabei die Umwelt zu belasten. «Aquaponic» nennt sich dieses Prinzip, ein Kofferwort bestehend aus Aquakultur für die Fischzucht und Hydroponik für erdfreien Pflanzenanbau.In einem alten Gewächshaus bei der landwirtschaftlichen Schule Strickhof Wülflingen wird seit 2013 auf rund 25 Quadratmetern eine Aquaponic-Anlage betrieben.
Drei Becken und ein Filter
Unspektakulär-funktional sieht die modulare Anlage aus: Ein grosses und zwei kleinere Becken, eine leise surrende Filteranlage und zwei weisse vier Meter lange Plastikschienen, aus denen kleine Salatköpfchen spriessen. In einer Tonne mit drei Kubikmeter Wasser tummeln sich rund 150 afrikanische Buntbarsche, die theoretisch bis zu einem halben Meter lang und sechs Kilo schwer werden können. «Wie schnell sie wachsen, kann man relativ exakt über die Futtermengen steuern», sagt Daniel Bachmann, der beim Strickhof für den Pflanzenbereich der Aquaponic-Anlage veranwortlich ist. Tilapien sind ideale Zuchtfische. Bezüglich Wassertemperatur und pH-Wert sind sie besonders tolerant.
Vollends zufrieden ist Bachmann im Moment aber nicht und zeigt auf braune Stellen auf seinen Salatköpfen. Ein zu hoher Salz­gehalt im Wasser könnte es sein, nachdem man die Fische wegen eines Pilzbefalls behandeln musste. «Wir lernen laufend dazu», sagt Bachmann. Am Grundprinzip der Anlage wird aber nicht gerüttelt. Aquaponic kopiert den effizienten Stoffwechselkreislauf, wie es ihn in der Natur bereits gibt. Die Fischfäkalien werden im Wasser bakteriell zersetzt und dadurch zum Pflanzendünger.
Stufe 1:Der Fischkot, kleine weisse Würmchen, wird in einem Trommelfilter abgesiebt. Das mit Feinpartikeln durchsetzte Wasser wird in zwei kleinere Tonnen weitergeleitet, die Biofilter.
Stufe 2: Hier kommen die Bakterien ins Spiel, die auf schwimmenden Plastikchips kultiviert werden. Sie wandeln das in den Ausscheidungen vorhandene Ammonium und Ammoniak über Nitrit in Nitrat um und damit in Stickstoff, den die Pflanzen aufnehmen können.
Stufe 3: Nachdem ein UV-Filter schädliche Sporen abgetötet hat, wird das Wasser über Schienen geführt, auf denen die Salatköpfe stecken und deren Würzelchen mit der stickstoff- und phosphorhaltigen Lösung versorgt werden. Das Wasser wird erneut gereinigt und fliesst dann wieder zurück ins Fischbecken.
Immer auf Pikett
Drei Angestellte des Strickhofs warten und kontrollieren die ­Anlage. Der Zeitaufwand bei Normalbetrieb ist mit einer Viertelstunde pro Tag bescheiden. Dazu kommt aber der Pikettdienst. Unter Umständen kann es schnell gehen und die Tilapien verenden qualvoll. Dann nämlich, wenn der pH-Wert zu stark steigt und sich giftiges Ammoniak bildet. «So weit ist es zum Glück noch nie gekommen», sagt Bachmann. Die Wasserwerte wer­den über ein elektronisches System ständig kontrolliert. Auch der Fischbestand wird überwacht. Das Fischfutter ist rein pflanzlich, wie in ihrem natür­lichen Lebensraum. Auf dem Strickhof gelandet ist die Anlage über die Zürcher Hochschulefür Angewandte Wissenschaften ZHAW, die das Projekt im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Aquavet leitete und vom Schweizer Aquaponic-Pionier Andreas Graber mitangestossen wurde.
Dessen Firma Urban Farmers AG, ein ZHAW-Spinoff, plant nun im niederländischen Den Haag Europas grösste Aquaponic-Anlage aufzustellen, auf dem Dach einer ehemaligen Philips-Fabrik. Mit 55 Tonnen Gemüse und 20 Tonnen frischen Fisch pro Jahr soll die neue Urban Farm die lokale Gastronomie und 6000 Einwohner versorgen.
Fisch bald frisch vom Bauern?
Ausbaupläne hegt man auf dem Strickhof Wülflingen nicht. Ihre Fischzucht dient primär dem ­Anschauungsunterricht für die Landwirtlehrlinge. «Aber auch gestandene Landwirte kommen vorbei und interessieren sich für die nachhaltige Fischzucht als möglichen künftigen Nebenerwerb», sagt Bachmann. Noch sind die gesetzlichen Grundlagen nicht gegeben, um Fische frisch ab Bauernhof zu verkaufen (siehe Kasten links). Auch im Strickhof kommen die Tilapienfilets mit ihrem süsslich-nussigen Geschmack und zartem Fleisch in der Kantine auf den Tisch. (Der Landbote)

Freitag, 15. April 2016

Uran auf deutschen Ackerflächen



Bild#Sigurd Roeber


Ackerflächen in Bayern mit Uran kontaminiert

Die Felder in Bayern werden schleichend durch hochgiftiges Uran kontaminiert. Das hat ein Vertreter des Umweltministeriums am Donnerstag im Umweltausschuss des Landtags erklärt. Der Grund ist der Phosphatdünger, den die Bauern ausbringen. In ihm ist Uran enthalten. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Äcker mit bis zu 3,1Milligramm Uran je Kilo Boden belastet sind. "Das ist nicht akzeptabel", sagt der Grünen-Politiker und Ausschusschef Christian Magerl. "Das gefährdet letztlich unser Trinkwasser."

Uran gilt als krebserregend und erbgutverändernd. Allerdings gibt es nur einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser (zehn Mikrogramm), für Dünger existiert kein Grenzwert. Laut Umweltministerium gibt es bisher auch keine Hinweise, dass Uran aus der Düngung ins Grundwasser gelangt. Zugleich wies der Vertreter darauf hin, dass Uran auch natürlicherweise im Boden vorkommt, zum Teil in höheren Konzentrationen als bislang von der Landwirtschaft verursacht. Die SPD forderte dennoch Gegenmaßnahmen. "Wir können unsere Böden nicht als Müllplatz benutzen", sagte der Abgeordnete Harry Scheuenstuhl. Auch die CSU hält das Thema für "extrem wichtig", wie der Abgeordnete und oberbayerische Bauernpräsident Anton Kreitmair sagte.


Sigurd A.Röber