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Dienstag, 7. Februar 2017

Wow Effekt

Vertical Farming, der Anbau von Nutzpflanzen in Gebäuden in der Großstadt, gilt als eine Möglichkeit, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Doch während die Farmscraper noch auf sich warten lassen, hat das österreichische Startup Ponix einen vertikalen Garten für daheim entwickelt.

  • Herbert ist ein vertikales Gemüsebeet für die Wand. (Foto: Ponix)
    Herbert ist ein vertikales Gemüsebeet für die Wand. (Foto: Ponix) [1/3]

Herbert heißt das vertikale Gemüsebeet - von Herbs, dem englischen Wort für Kräuter. Das Gemüsebeet ist ein flacher Kasten, der an die Wand gehängt wird. Darin können 15 verschiedene Kräuter angebaut werden.

Die Pflanzen wachsen in Schwämmen

Die Pflanzen werden in einem kleinen Schwamm gezogen. Die Schwämme seien biologisch abbaubar und würden auch von der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) verwendet, sagt Ponix. Die Schwämme werden in den Herbert eingelegt, dann wird dessen Tank mit Wasser und biologischem Dünger gefüllt. Pumpen sorgen dafür, dass die Pflanzen immer die nötige Feuchtigkeit haben, Leuchtdioden (LEDs) beleuchten sie.

Herbert ist ein hydroponisches System. Beim Vertical Farming gibt es zwei Typen: Beim hydroponischen Anbauwachsen die Pflanzen in einem anorganischen Material, die Wurzeln hängen in Nährlösung, ähnlich wie bei einer Hydrokultur. Beim aeroponischen Anbau werden die Pflanzen aufgehängt und ihre Wurzeln mit Wasser und Nährstoffen besprüht.

Geerntet wird das ganze Jahr über

In beiden Fällen versorgen Leuchtdioden die Pflanzen mit Licht. Das Kunstlicht kann in seiner Wellenlänge den Bedürfnissen der Pflanzen angepasst werden. Da sich das Licht - anders als das Sonnenlicht - über das Jahr nicht verändert, kann zu jeder Jahreszeit geerntet werden.

Das gilt auch für Herbert: Laut Ponix wachsen in dem Wandbeet Kräuter wie Schnittlauch, Oregano, Basilikum, Petersilie oder Rosmarin, Blattsalate und sogar Erdbeeren - das ganze Jahr über. Zudem sollen die Pflanzen auch schneller wachsen als in der Erde: Ein Salat braucht demnach statt zwei bis drei Monaten vier bis fünf Wochen zum Reifen.

Vertical Farming kommt aus der Raumfahrt

Die Idee, Pflanzen ohne Erde, Sonnenlicht und Regen zu züchten, stammt aus der Raumfahrt: So könnten sich Astronauten auf längeren Reisen durchs All oder auf fremden Planeten mit frischem Obst und Gemüse versorgen. Die Nasa beschäftigt sich seit Ende der 1990er Jahre damit. Seit 15 Jahren wird auf der Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) mit Pflanzen experimentiert. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) plant, den Satelliten Eu-Cropis ins All zu schießen, um das Pflanzenwachstum ohne oder mit verminderter Schwerkraft zu testen.

Ponix will über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter Geld für das Projekt sammeln. Die ersten Unterstützer bekommen Herbert für 300 Euro. Regulär soll das System später 500 Euro kosten.



Sigurd A.Röber