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Donnerstag, 6. Juli 2017

27.06.2017:

Ortsbesichtigung im zukünftigen IFCCW – Indoor Farming Competence Center Wetterau in Wöllstadt

Passend zur aktuellen Diskussion zur Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen in der Wetterau, in Form des geplanten Logistikzentrums von REWE in Wölfersheim-Berstadt, haben sich die Vertreter der Bündnis 90 / die Grünen beim geplante Indoor Farming Competence Center Wetterau in der ehemaligen Gärtnerei Claussen eingefunden um sich über Alternativen in der Landwirtschaft zu informieren.
Die Bundestagsdirektkandidatin von Bündnis 90 / die Grünen Kathrin Anders, der Vorsitzende des Ortsverbandes Bad Vilbel von Bündnis 90 / die Grünen Clemens Breest, sowie der Bürgermeisterkandidat für Friedberg, Markus Fenske, auch Bündnis 90/die Grünen, wurden zu diesem Anlass von Andreas Wöll, Geschäftsführer und Eigentümer des Unternehmens ANSI-Culture Consultants UG und Initiator des Projektes, sowie durch Frau Claudia Claussen, Eigentümerin der Gärtnerei Claussen in Wöllstadt, durch die Räumlichkeiten der Gärtnerei geführt.
In dem Zuge wurde den Anwesenden auch die Intension des Projektes näher gebracht. Neben der Expertise seitens Andreas Wöll, konnte sein Enthusiasmus und das Engagement im Laufe der Führung nicht übersehen werden.
Steckt doch hinter dem Projekt mehr als man zunächst einmal vermuten würde.
Zum einen geht es darum den Bürger über Öffentlichkeitsarbeit für das Thema „Wo kommt meine Nahrung eigentlich her..? Wie gesund kann diese hergestellt werden..? Welche Alternativen zur klassischen Landwirtschaft gibt es..? etc.“, zu sensibilisieren und Alternativen in der landwirtschaftlichen Produktion aufzuzeigen. Passend zum Programm des Bauernverbandes „Klassenzimmer Bauernhof“.
Zum anderen geht es darum einen Beitrag zur notwendigen Diversifizierung in der Landwirtschaft zu leisten. Eine Anlaufstelle zu schaffen die umfassend zu allen Themen rund um Indoor Farming Konzepte informieren soll. Abgerundet durch den Themenblock Erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen, da letztendlich eine Produktionseinheit auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt werden muss. Ein wichtiger Punkt, da zum einen die steigenden Energiekosten im Auge behalten werden müssen und zum anderen ein modernes und zukunftsfähiges Projekt auch Kriterien der Nachhaltigkeit zu erfüllen haben.
Aufgabe des IFCCW ist es Wissen zum Thema Indoor Farming Konzepte zu vermitteln. Sowohl auf allgemeinverständlichem Niveau als auch auf Expertenebene. Bei Indoor Farming Konzepten geht es darum Alternativen in der landwirtschaftlichen Produktion auf zu zeigen. Dies ist notwendig wenn man sich die aktuelle Problemlage vor Augen führt. Dies regional, national als auch international. Landwirtschaftliche Flächen schrumpfen, gleichzeitig schauen wir weltweit einer wachsenden Weltbevölkerung entgegen die ernährt werden muss. Dabei geht es darum auf Waldrodungen und die Umwandlung von Naturflächen zu landwirtschaftlichen Produktionseinheiten zu verzichten. Es geht darum die negativen Auswirkungen extensiver Landwirtschaft zu reduzieren. Dazu gehören Pestizidverseuchungen, Boden-Auslaugung und Erosion, Überdüngung, chemische Überbelastung, massiver Wasserverbrauch und vieles mehr.
Das IFCCW hat sich hierbei zur Aufgabe gesetzt Alternativlösungen näher zu bringen. Dies sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Dies in Form einer aufgebauten funktionierenden Aquaponics-Anlage, die in einem geschlossenen kontrollierten Ökosystem gesundes, unbelastetes Gemüse und gleichzeitig in einem geschlossenen Wasserkreislauf Fisch produziert. Somit wird das IFCCW die erste Aquaponics-Anlage in Hessen beherbergen. Zudem in Deutschland einer der wenigen Anlagen, die per Definition ein „echtes Aquaponics-System“ darstellt. Dabei betonte Andreas Wöll mehrfach, dass es nicht darum gehe die klassische Landwirtschaft zu verteufeln und zu ersetzen, sondern darum Optionen auf zu zeigen die landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten sinnvoll, modern und nachhaltig zu ergänzen. Zudem umweltfreundlich, nachhaltig und flächensparend. Man kann auf vergleichbarer Fläche ein Vielfaches des Jahresertrages eines konventionellen Ackerlandes erwirtschaften und zudem unabhängig von den durch den Klimawandel produzierten Wetterkapriolen. Die Auswirkungen des Klimawandels wurde ja im Frühjahr diesen Jahres im Hinblick auf die Probleme in der Gemüseproduktion aus Südeuropa bestens unter Beweis gestellt.
Andreas Wöll betont zudem die Verantwortung für die Region. Dabei wird das Thema „Aus der Region für die Region“ groß geschrieben. Alles was man in unmittelbarer Nachbarschaft erwerben kann, vermeidet einen energieaufwendigen und umweltbelastenden Transport von irgendwo auf dieser Welt. Keine Versorgung mit Fisch aus umweltbelastenden Aquakulturen in Asien mit Inhaltsstoffen, die wir Verbraucher lieber nicht näher erläutert bekommen möchten. Meeresbereiche die durch extensive Aquakulturen kurz vor dem Kollaps stehen und viele Horrormeldungen mehr. Kleine regionale Produktionseinheiten sind hier der Schlüssel, zum einen aus umweltpolitischen Gründen und zum anderen zur Zukunftssicherung landwirtschaftlicher Betriebe. Und wenn man neben wetterunabhängigen Gemüsen, Salaten, Gewürz- und Heilpflanzen auch noch frischen Frisch anbieten kann, schließt sich der regionale Versorgungskreis.
Dieses Projekt zeigt wieder einmal, dass der Wetteraukreis neben Negativschlagzeilen auch positives zu berichten hat. Es zeigt zudem, dass die Wetterau die Geburtsstätte von innovativen Ideen sein kann. Dieses Projekt hat, durch die Expertise des Initiators und die damit verbunden Netzwerke, das Potenzial über die Regionalgrenzen hinaus auch auf internationalem Terrain Gehör zu erlangen. Zum einen als Konferenz-Zentrum für den fachlichen Austausch von Experten, als auch durch das angebotene Schulungsprogramm im entwicklungspolitischen Kontext.
Ein ambitioniertes Projekt bei dem man nur wünschen kann, dass es die nationale und internationale Aufmerksamkeit erlangt die es verdient, sowie die entsprechende Unterstützung seitens der damit in Verbindung stehenden Ministerien, dem Land Hessen, dem Wetteraukreis sowie weiteren Verbänden und Institutionen erhält.
Aber auch die lokale Bevölkerung ist dazu aufgerufen sich aktiv daran zu beteiligen.
Statement von Markus Fenske:
Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung sind für mich wichtige Ziele. Für mich ist es wichtig über den Tellerrand zu schauen und nicht an der Gemarkungsgrenze halt zu machen. Dieses Projekt ist zukunftsweisend. Wünschenswert wäre, wenn sich auch die THM (Technische Hochschule Mittelhessen) -  mit einbringen würde.




(Bild oben) v.l.n.r. Markus Fenske - Bürgermeisterkandidat Friedberg, Kathrin Anders - Bundestagsdirektkandidatin, Claudia Claussen - Eigentümerin Gärtnerei Claussen, Andreas Wöll - GF ANSI-Culture Consultants UG und Initiator des IFCCW-Projektes, Clemens Breest - Vorsitzender des Ortsverbandes Bad Vilbel
(Bild unten) Andreas Wöll in seinem Element


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https://www.aquaponics-europe.eu/ifccw-indoor-farming-comp…/
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